Leben mit Analphabetismus

Leben mit AnalphabetismusÖffentlich mehr zu lesen als Schilder und Plakate ist für viele, die eine Lese/Schreibschwäche haben, nicht selbstverständlich: trotz hoher Motivation im Kurs fällt es ihnen schwer, das Gelernte „draußen“ im Alltag anzuwenden. Noch fernliegender scheint es, eine Bibliothek zu besuchen und sich ein Buch auszuleihen. Nur wenige Menschen wagen es, sich öffentlich zu ihren Schwierigkeiten zu bekennen. Um die Lebenslinien von Menschen mit Schreib- und Leseschwierigkeiten dennoch sichtbar werden zu lassen, wurde ihre Geschichte in literarischen Protokollen nachgezeichnet.
In einer Gesellschaft, in der Lesen, Schreiben und Rechnen vorausgesetzt werden, fühlen sich Menschen mit unzureichender Grundbildung oft hilflos, ausgeschlossen und unsicher. Das Gefühl der Scham macht es Betroffenen schwer, über ihre Probleme zu sprechen und die Lese- und Schreibschwierigkeiten werden mit allen Mitteln geheim gehalten.

Wie kann es zu Analphabetismus kommen?

Eine für viele absolut unverständliche Entwicklung ist, wie es überhaupt in unserer Gesellschaft zu Analphabetismus kommen kann. Liegt hier die Schuld in unserem Bildungssystem, dass es einfach nicht vermag die schwächsten Mitglieder richtig aufzufangen und ihnen die Unterstützung zu bieten, die sich so dringend benötigen würden? Die Antwort ist ganz klar; ja! Zwar sind in unserem System 9 Schuljahre zu absolvieren, aber in welcher Form ist völlig offen. Ein Kind kann auf diese Weise nicht einmal einen Satz richtig gelesen haben, aber egal, nach 9 Jahren Schulen ist Schluss, egal wie es um die Fähigkeiten bestellt ist.
Dies ist ein Unding unseres Schulsystems, dem mit aller Vehemenz entgegengewirkt werden muss.

Grundlegende Überarbeitung des Bildungssystem nötig!

Nur durch eine grundlegende Überarbeitung unseres Bildungssystems wird es möglich sein, den Analphabetismus tatsächlich in die Schranken zu weisen. Es darf nicht sein, dass knapp 5% der deutschen Bevölkerung durch den Rost fallen und nicht die Unterstützung erfahren, die so bitter nötig wäre. Bis allerdings die Politik reagiert, können Projekte wie Albi helfen die Situation für die Betroffenen zu verbessern.